Die gute Nachricht zuerst: PV-Anlagen sind so günstig wie nie. Modulpreise auf historischem Tiefstand, 0 % Mehrwertsteuer und ein harter Wettbewerb unter Installateuren drücken die Preise. Die schlechte Nachricht: Die Preisspannen zwischen Angeboten sind enorm – für dieselbe Anlage können Angebote um 40 % auseinanderliegen. Diese Übersicht gibt Ihnen die Orientierung.
Die Faustregel: Preis pro kWp
Der wichtigste Vergleichswert beim Angebotsvergleich ist der Preis pro Kilowatt-Peak (kWp) – schlüsselfertig installiert, ohne Speicher:
| Anlagengröße | Üblicher Preis pro kWp | Gesamtkosten | |---|---|---| | 6 kWp | 1.400–1.700 € | 8.400–10.200 € | | 10 kWp | 1.200–1.500 € | 12.000–15.000 € | | 15 kWp | 1.100–1.400 € | 16.500–21.000 € |
Je größer die Anlage, desto niedriger der kWp-Preis – Gerüst, Anfahrt und Anmeldung kosten schließlich fast gleich viel, egal ob 6 oder 15 kWp aufs Dach kommen.
Merke: Liegt ein Angebot deutlich über 1.800 €/kWp (ohne Speicher, ohne Sonderfälle wie Schieferdach), lohnt sich eine zweite Meinung. Über unseren Angebotsvergleich erhalten Sie kostenlos Vergleichsangebote von geprüften Installateuren.
Wie sich die Kosten zusammensetzen
- Module (ca. 25–30 %): Markenmodule kosten aktuell etwa 100–200 € pro Stück. Welche Hersteller überzeugen, zeigt unser Modul-Vergleich.
- Wechselrichter (ca. 10–15 %): Das Herzstück der Anlage, Lebensdauer 10–15 Jahre. Einen späteren Austausch (1.500–2.500 €) sollten Sie einkalkulieren.
- Montage & Gerüst (ca. 25–35 %): Der größte Kostenblock nach den Komponenten – und der Bereich mit den größten regionalen Unterschieden.
- Elektrik, Anmeldung, Zählerwechsel (ca. 15–20 %): Zählerschrank-Modernisierung kann bei Altbauten mit 1.000–2.500 € extra zu Buche schlagen.
Der Speicher: Der größte Zusatzposten
Ein Batteriespeicher kostet 2026 je nach Größe etwa 400–700 € pro kWh Kapazität. Für ein typisches Einfamilienhaus (8–10 kWh Speicher) bedeutet das 3.500–6.500 € Aufpreis. Ob sich das rechnet, hängt von Ihrem Verbrauchsprofil ab – die ausführliche Rechnung finden Sie im Artikel PV-Anlage mit Speicher.
0 % Mehrwertsteuer: Der stille Rabatt
Seit 2023 gilt für PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden der Nullsteuersatz – Module, Wechselrichter, Speicher und Montage werden ohne Mehrwertsteuer berechnet. Das entspricht einem dauerhaften Rabatt von 19 % gegenüber der alten Rechtslage. Wichtig beim Angebotsvergleich: Alle Preise müssen bereits Nettopreise sein.
Rechenbeispiel: 10-kWp-Anlage mit Speicher
- Anlage 10 kWp schlüsselfertig: 13.500 €
- Speicher 8 kWh: 4.800 €
- Gesamtinvestition: 18.300 €
- Jahresertrag: ca. 9.500 kWh, davon ~45 % Eigenverbrauch mit Speicher
- Ersparnis + Einspeisevergütung: ca. 1.800–2.200 € pro Jahr
- Amortisation: 9–11 Jahre bei 25+ Jahren Modullebensdauer
Mit steigenden Strompreisen verkürzt sich die Amortisation weiter – die Details dazu in unserer Strompreis-Analyse. Und ob sich die Anlage bei Ihrem Dach lohnt, zeigt der Solar-Rechner in zwei Minuten.
Wo Sie sparen können – und wo nicht
Sparen können Sie bei:
- Angebotsvergleich: 2–4 Angebote einholen spart im Schnitt 15–25 %
- Anlagengröße: Lieber das Dach vollmachen – der Grenzpreis pro kWp sinkt
- Timing: Herbst/Winter sind Auftragslücken – manche Betriebe geben Nachlässe
Nicht sparen sollten Sie bei:
- Der Unterkonstruktion: Sturmschäden durch Billig-Montagesysteme kosten ein Vielfaches
- Dem Installateur: Fachbetrieb mit Referenzen statt Subunternehmer-Kette – wie Sie seriöse Betriebe erkennen, lesen Sie im Installateur-Guide
- Dem Wechselrichter: Er arbeitet 5.000+ Stunden im Jahr – Markenqualität zahlt sich aus
Fazit
Eine PV-Anlage kostet 2026 für das typische Einfamilienhaus 12.000–15.000 € ohne, 16.000–20.000 € mit Speicher – und amortisiert sich in rund zehn Jahren. Der größte Kostenhebel ist nicht die Technik, sondern der Angebotsvergleich. Holen Sie sich hier kostenlos Vergleichsangebote von geprüften Installateuren aus Ihrer Region.