Wer sich fragt, ob der Kauf einer PV-Anlage sinnvoll ist, kommt an der Frage der künftigen Strompreisentwicklung nicht vorbei. Die Prognosen sind ernüchternd für alle, die auf günstige Netzstrompreise hoffen.
Rückblick: Strompreise 2015–2025
| Jahr | Preis (ct/kWh) | Jahreskosten bei 4.000 kWh | |---|---|---| | 2015 | 28,7 ct | 1.148 € | | 2018 | 29,4 ct | 1.176 € | | 2020 | 30,4 ct | 1.216 € | | 2022 | 40,1 ct | 1.604 € | | 2023 | 35,4 ct | 1.416 € | | 2025 | ~33,0 ct | ~1.320 € |
Der kurzfristige Rückgang 2023–2025 täuscht: Der Trend zeigt langfristig nach oben.
Die 5 wichtigsten Preistreiber bis 2030
1. Netzausbaukosten (+3–6 ct/kWh)
Deutschland muss seine Stromnetze massiv ausbauen, um Wind- und Solarstrom vom Norden in den Süden zu transportieren. Kosten: geschätzte 250 Mrd. Euro bis 2035 – Großteil über Netzentgelte auf Verbraucher umgelegt.
2. Kapazitätsmarkt / Reservekraftwerke (+1–3 ct/kWh)
Mit dem Ausstieg aus Atom und Kohle braucht Deutschland Reservekraftwerke (Gaskraftwerke), die nur selten laufen, aber trotzdem bezahlt werden müssen.
3. CO₂-Preis (+1–4 ct/kWh)
Der EU-Emissionshandel verteuert fossile Stromerzeugung. Bei 100 €/t CO₂ (2030 wahrscheinlich) steigen die Kosten für Gas- und Kohlestrom deutlich.
4. Gestiegene Nachfrage durch Elektrifizierung (+1–2 ct/kWh)
Millionen Wärmepumpen und E-Autos erhöhen den Strombedarf. Ohne entsprechenden Kapazitätsausbau steigen Preise in Spitzenzeiten.
5. Inflation und Lohnkosten (+1–2 ct/kWh)
Energieversorger haben steigende Betriebskosten, die sie an Kunden weitergeben.
Prognosen für 2030
Verschiedene Institute schätzen:
- Optimistisch: 35–40 ct/kWh
- Basis-Szenario: 40–50 ct/kWh
- Pessimistisch: 50–65 ct/kWh
Bei 50 ct/kWh und 4.000 kWh Verbrauch: 2.000 €/Jahr – 50% mehr als heute.
PV als Preisabsicherung
Wer heute eine PV-Anlage kauft, sichert sich einen fixen Produktionskostensatz:
- Heute: ~9–11 ct/kWh (auf 25 Jahre gerechnet)
- Netzstrom 2030 (Prognose): 40–50 ct/kWh
Die Differenz: 30–40 ct pro selbst verbrauchter kWh – und diese Marge wächst mit steigenden Strompreisen.
Was tun?
- PV-Anlage so bald wie möglich: Jedes Jahr später bedeutet weniger Rendite in den ersten Jahren
- Batteriespeicher mitplanen: Bei steigenden Preisen lohnt sich Eigenverbrauch noch mehr
- Wärmepumpe + PV kombinieren: Heizungskosten halbieren
- E-Auto einplanen: Mit PV günstiger laden als mit Netzstrom
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